Es ist überaus wichtig, seinen Erinnerungen und Erfahrungen Ausdruck zu verleihen. Jeder macht das auf eine andere Art und Weise.
Während der Musiker seinen Erlebnissen mittels Text und Melodie eine Form gibt, verewigt sich der Maler in seinen Werken, die unterschiedlicher und persönlicher nicht sein könnten. Eines ist jedoch schade, kein Außenstehender kann die Gefühlslage, mit der ein Bild gemalt oder ein Stück komponiert wurde, nachvollziehen. Es ist nur bedingt möglich, in die Welt des Künstlers einzutauchen.
Der Schriftsteller hingegen hat die große Möglichkeit, sein Erlebtes in eine Geschichte zu packen, die sowohl unterhält als auch zum Nachdenken anregt. Er hat die Macht der Sprache, mit der er des öfteren mal zu spielen neigt. So bekommen nicht nur die Protagonisten sondern auch die Sprache, mit der das Werk verfasst wurde, eine eigene Identität. Während der Gefühlszustand der Charaktere offensichtlich ist, bleibt die Sprache ein Geheimnis. Nie kann man sich sicher sein, was der Autor beim geschriebenen Satz gedacht oder gefühlt hat. Das was die Sprache hinterlässt, ist ein mulmiger, undefinierter Gefühlszustandzustand, der unterbewusst in den Kopf des Lesers wandert.
Das macht die Kunst oder die Literatur ja gerade interessant, dass man den Ausdruck auf seine Weise interpretiert und fühlt – was der Ersteller gemeint hat, lässt sich sicher irgendwo nachlesen.
Wenn man erst nachlesen muss, was der Erzähler erzählt hat oder gemeint hat, ist es schlechte Literatur oder der Erzähler wollte gar nicht, das wir es wissen, dann sollten wir nicht interpretieren, das kann nur in die Hose gehen. Vorsicht also! Ich lese nicht und ich kaufe kein Buch, um Rätsel zu lösen. Wenn der Autor gut ist, kann man sehr wohl fühlen und nachvollziehen, was er dachte, als er schrieb. Was glaubst du, was ich dachte, als ich dies schrieb?
Ich denke, dass du dachtest, als du das obige schrieb: Schon wieder so ein schwieriges Buch, das ich nicht verstehe, jetzt muss ich meinen Ärger irgendwo niederschreiben.
Ich denke, dass du dachtest, als du das obige schrieb: Schon wieder so ein schwieriges Buch, das ich nicht verstehe, jetzt muss ich meinen Ärger irgendwo niederschreiben.
Nein nciht wirklich, die Idee zu diesem Beitrag entstand nach einem Gespräch mit meinem Ethiklehrer über Michael Kohlhaas und die hypotaktische Satzstruktur dieser Novelle, in Verbindung mit dem Modell des Sozialen Intuitionismus von Jonatan Haids bzw. dem Vorgänger David Hume.
Und siehe da, du liegst mit deiner Vermutung zu meinem Beitrag falsch bzw. zu dem Grund warum ich ihn verfasst habe.
Modell des Sozialen Intuitionismus (kurz und bündig)
Das Modell besagt das der Mensch generell aus dem Gefühl heraus handelt und das die Vernunft nur eine nachgeschobene Rechtfertigung für das Intuitive handeln ist. Der Theorie nach weiß ein Mensch nie 100% genau warum und wieso er so und nicht anders handelt.
Demzufolge weiß nicht einmal der Autor zu 100% aus welchem Gefühl heraus er sein Werk konzipiert hat, da wir nun mal nicht nur einem Gefühl sondern mehreren gleichzeitig ausgesetzt sind. Wobei eins die anderen an Intensität übertrifft. Ebenfalls verarbeitet jeder Mensch seinen Gefühlszustand anders.
Was glaubst du, was ich dachte, als ich dies schrieb?
Eventuell hat der Beitrag nicht dem entsprochen, was du beim schreiben des Buches “Der Öleusweg, oder wie ich auf Kreta Gott fand” gedacht hast bzw. denken wolltest. Da du nun ein Buch veröffentlicht hast, fällt es dir wohl schwer dem zuzustimmen was ich geschrieben habe.
Und wie schon erwähnt sind es pure Vermutungen, die nicht der Wahrheit entsprechen müssen.